Der Schuldbrief und seine Bedeutung bei der Aufnahme einer Hypothek.

Der Schuldbrief

Nachdem Sie die für die Vergabe einer Hypothek nötigen Bedingungen erfüllt haben (siehe Startseite), bekommen Sie nicht einfach eine Hypothek, sondern einen so genannten Schuldbrief. Diesen Schuldbrief (den Sie aber nie bei sich zu Hause aufbewahren werden) behält die kreditgebende Bank und für diesen wiederum überweist die Bank dem Verkäufer der Liegenschaft den Kaufpreis. Der Schuldbrief ist ein Wertpapier und die daran gebundene Liegenschaft dient als Sicherheitsleistung, wodurch die Bank für die Vergabe der Hypothek eine materielle Sicherheit besitzt, nämlich Ihr Haus. Daher kommt auch die volksnahe Redewendung, „Das Haus gehört der Bank“. Rechtlich stimmt das allerdings nicht. Das Haus gehört dem Käufer, nur das Geld, mit dem er es gekauft hat, gehört der Bank, die wiederum den Schuldbrief – sprich die Liegenschaft - weiterverkaufen kann, wenn der Käufer den Zinszahlungen nicht nachkommen kann.

 

 

 

Im Schuldbrief steht ein höherer Betrag

 

In diesem Schuldbrief steht verbindlich, welcher Betrag auf die damit verbundene Liegenschaft maximal aufgenommen werden kann. Häufig ist dieser Betrag höher als die tatsächlich erhaltene Summe. Ein Beispiel verdeutlicht, wie es dazu kommt: Das Einkommen eines doppelverdienenden Paares ist so hoch, dass die Zinszahlung deutlich tiefer ist, als die zulässige Belastung von 30 Prozent des Einkommens. Auch wenn von der Bank nur 500'000 Franken gebraucht werden, liessen die Einkommensverhältnisse die Vergabe von 600'000 Franken zu. Dieser Betrag steht denn auch im Schuldbrief. Diese Vorgehensweise hat für den Hausbesitzer einen grossen Vorteil. Steht eine Renovation an, muss diese nicht „aus dem eigenen Sack“ bezahlt werden. Die Hausbesitzer haben die Möglichkeit ohne weitere Prüfung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse die Hypothek bis zu diesem Betrag (in unserem Beispiel um 100'000 auf 600'000 Franken) zu erhöhen und die Investition zu finanzieren.

 

 


Der Schuldbrief als Garantie

In knappen Worten: Der Betrag im Schuldbrief zeigt die Kreditfähigkeit des Schuldners und nicht, wie viel er tatsächlich aufgenommen hat. Weil die Bank im Fall einer späteren, vollen Ausschöpfung vom Schuldbrief nicht verpflichtet ist weitere Kontrollen durchzuführen, ist der Besitzer der Liegenschaft um so mehr in der Pflicht, das Geld wohlbesonnen auszugeben. Theoretisch liesse sich vom Geldsegen auch ein schickes Auto kaufen. Wir raten jedoch davon ab! Bedenken Sie, dass im Falle des Verkaufs der Liegenschaft der Schätzwert des Hauses massgebend ist. Haben Sie den zusätzlichen Betrag in ein Auto und nicht ins Haus investiert, werden Sie für die Liegenschaft womöglich zu wenig bekommen und das beim Kauf investierte Eigenkapital geht verloren. Im ungünstigsten Fall drohen Schulden, weil die Hypothek nicht zurückbezahlt werden kann. In diesem Fall hat die Bank das Recht, die Liegenschaft selber zu veräussern.

 

 

Empfehlungen



Vorsorgeratgeber

Werbung buchen